Amphitheater für das "Holzhaus"

Politik und Verwaltung sind skeptisch gegenüber den Plänen im Krabbenkamp
- aus: "Der Reinbeker" vom 26. Juni 2006 -

Reinbek - Soll das Gelände am HOLZHAUS KRABBENKAMP eine attraktive Sitzterrasse erhalten, die als Rastplatz, Amphitheater und Spielburg genutzt werden kann? Die ehrenamtliche Initiative möchte das öffentliche Begegnungshaus im Ortsteil weiter entwickeln. Manfred Fischer stellte das Projekt, das die Stadt keinen Cent kosten soll, im Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur vor. Doch Politik und Verwaltung reagierten zögerlich.

Sie fürchten Ärger mit drei unmittelbaren Nachbarn des Geländes. Für den gestrigen Sonntag (25.06.) haben sich Ausschussvorsitzender Hans-Jörg Carstensen (CDU), Anne Becker (SPD), Hiltrud Sokollek von der Initiative und die drei Anwohner zu einem klärenden Gespräch verabredet. Von dem Ergebnis hängt ab, ob es vor der Sommerpause noch eine Sondersitzung des Ausschusses geben wird. Sollte das Projekt realisiert werden dürfen, drängt die Zeit nach Angaben von Manfred Fischer von der Initiative. Er hat die Zusage für Fördergelder aus Kiel, die sonst verfällt.

In der jüngsten Ausschuss-Sitzung, in der Manfred Fischer die Sitzterrasse, gestaltet im Stil des Künstlers Hundertwassers, vorstellte, wurde nicht recht deutlich, ob die befürchtete Störung vornehmlich vom Betrieb auf dem Holzhausgelände herrührt oder mehr durch an- und abfahrende Autos in der Kehre Krummbögen verursacht wird. Im Gespräch ist ein neuer Zugang zum Gelände über den Rettungsweg der Bahn. Wenn der Betrieb am Holzhaus selbst als störend empfunden wird, könnte auch entschieden werden. für die Sitzterrasse einen Standort auf dem Gelände weiter von den Wohnhäusern entfernt zu finden. Die Initiative hält dagegen, dass zum einen die Zahl der Feiern erheblich verringert wurde und der vorhandene Lärmschutzwall von einem Grundstück widerrechtlich zu rückgebaut wurde.

Den Politikern war zumindest ein Dorn im Auge. dass mit einem Turm, einem Sandhügel und einer Keramiksäule bereits Fakten geschaffen worden sind, bevor die Initiative die Stadt befragt hat. Ob das Haus "Dimensionen annimmt, die der Nachbarschaft nicht gerecht werden", wie Angelika Lütjens (SPD), selbst Bewohnerin des Krabbenkamp, meint, oder dort "eine Perle entsteht, die ihresgleichen sucht", wie Manfred Fischer überzeugt ist - darüber gehen die Meinungen auseinander. Im Geld kann die Skepsis zumindest nicht begründet sein, denn Fischer will das Projekt über Spenden, Eigenarbeit, Ein-Euro-Kräfte und Zuschüsse aus Kiel für ehrenamtliche Arbeit finanzieren.

Elke Güldenstein

weitere Meinungen dazu:
  Brief v. Fr. Schmid-Carlshausen
 
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